Unser Sohn Bernd ist
am
25.06.1978 geboren. Sehr früh merkten wir - Bernd entwickelte sich
anders als seine ältere Schwester. Als Bernd zwei Jahre alt war,
erhielten wie die Diagnose: "Verdacht auf frühkindlicher Autismus". Als
Kind war er sehr aktiv und zog sich
nie zurück. Dadurch war er für uns natürlich nicht einfacher, im
Gegenteil. Viele Verhaltensweisen
passten in den Begriff "frühkindlicher Autismus" aber auch vieles
sprach
dagegen. Als Bernd zwei Jahre alt war, arbeiteten wir mit ihm zu Hause unter Anleitung der Früherfassung. Auch wenn
Bernd nicht sprechen kann, er kann durch sein Verhalten sehr viel
zeigen und ausdrücken. Es ist -
und
war manchmal sehr erstaunlich, wie er uns auf Missstände aufmerksam
machte - oder
macht.
Bernd ist sensibel, aber nicht dumm.
Mit sechs Jahren durfte Bernd in eine heilpädagogische Sonderschule.
Die ersten Jahre waren wir überzeugt: diese Schule ist die Richtige.
Die ersten paar Schuljahre
verliefen mit den üblichen Problemen, die
andere Eltern mit ihren autistischen Kindern auch hatten.
Da wir schnell merkten, dass Bernd wegen seiner Behinderung fachlich
gut ausgebildetes Personal benötigt und uns vom Schulinternat diese
fachliche Betreuung versprochen wurde, lebte Bernd ab dem
zehnten Altersjahr im Internat, welches der heilpädagogischen
Schule angeschlossen war. Wie die meisten Eltern eines behinderten Kindes hatten wir keine Ahnung von
guter pädagogischer Behindertenarbeit.
Die Tragödie fing 1991 an. Als Bernd 13 Jahre alt war, entwickelte er psychische Störungen. Er bekam Panikzustände, die anfangs nur nachts auftraten. Sobald Bernd Schlüssel sah, geriet er in Panik. Er zog alle Schlüssel sofort aus dem Schlüsselloch und warf die Schlüssel weg. Er kontrollierte plötzlich alle Ausgangstüren und wollte die Türen offen lassen. Bernd zeigte uns ganz deutlich, dass er in der Schule wie im Kinderheim in enge Räume eingesperrt wurde. Die Schul- und Heimleitung leugnete das Wegsperren von Bernd jahrelang, bis wir es belegen und beweisen konnten. In Absprache mit der Fürsorge sagte die Heimleiterin ab dann, dass sie dies dürften, und dass es in solchen Fällen üblich sei. Eingesperrt in diesen leeren Räumen begann Bernd Muster auf Kleidern und Bodenbelägen zu lesen. Alleine gelassen versuchte Bernd sich so zu beschäftigten. Seine Krisen nahmen weiter zu und wurden schwerer. Vom zehnten bis zum achtzehnten Lebensjahr machte Bernd in dieser Schule keine Entwicklungsfortschritte.
Nach einem Schulleiterwechsel wurde in der Schule die Affolter-Methode angewendet. Ohne kritisch hinzusehen oder zu hinterfragen wurde die Affolterbehandlung, trotz der vielen von Bernd gezeigten Warnsignale durchgezogen. Rückblickend war diese angewandte Affoltermethode für schwer autistische Menschen ungeeignet. Ab 1995 versuchte das Heim seine Probleme mit Bernd, durch die Gabe von starken Psychopharmaka zu lösen. Bernd wehrt sich nicht gegen die Einnahme der Medikamente, sondern gegen die Wirkung.
Anstatt die Medikamente abzusetzen, erhöhte die Ärztin von Bernd fortlaufend die Medikamente in der Annahme er würde dadurch ruhig. Das Gegenteil war der Fall, über eineinhalb Jahre wurde er immer unruhiger. Das Fachpersonal ignorierte die durch Medikamente entstehende Problematik. Bernd ging es von Monat zu Monat schlechter. Er war nicht mehr fähig nur kurz an einem Tisch zu sitzen, geschweige denn, etwas zu essen oder zu lernen.
In Gesprächen baten wir die Schul- und Heimleitung immer wieder, doch endlich mit dieser Affoltermethode bei Bernd aufzuhören. Vergeblich, sie waren sehr stolz auf diese Methode. Sie waren ahnungslos, welche Alternativen sonst noch existierten. Seine Behinderung sei die Ursache der gescheiterten Behandlung, fand das Heim zusammen mit der Ärztin, dem Vertreter der Fürsorgedirektion des Kantons und der Psychologin von der Beratungsstelle für Behinderte. Bernd erhielt 1995 die Diagnose, er sei "nicht lernfähig und nicht gesellschaftsfähig".
Auch
die Schule und das Internat waren im letzten Schuljahr mit Bernd
überfordert. Der Versuch sofort die Schule und das Heim zu wechseln, schlug
fehl. Mangels Alternativen wurde Bernd durch den Vertreter der
kantonalen Fürsorgedirektion übers Wochenende in der Psychiatrie
entsorgt. Das war die schlechteste Lösung.
Bernd
wurde dort, trotz Psychopharmaka, im Isolierzimmer, Tag und Nacht
eingesperrt. Darin befand sich bloss eine am Boden liegende
Plastikmatratze. Diese Behandlung war und ist unter jeder Menschenwürde
und die Kosten sind fast doppelt so hoch.
Der zuständige Psychiater erklärte immer wieder, auch gegenüber den Fachleuten und der kantonalen Fürsorgedirektion:
"Behinderte sind in der Psychiatrie am falschen Ort. Diese Menschen brauchen pädagogische Hilfe. Das Psychiatriepersonal ist dafür nicht ausgebildet."
Als Bernd 14 Jahre alt war, mussten wir zwangsläufig auf die Suche nach einem Heimplatz für Erwachsene. Denn mit 18 Jahren wird Bernd aus der Schule entlassen. Aber für Menschen wie Bernd gab und gibt es keine geeigneten Heimplätze. Nach Jahrelangem suchen, verschiedenen Absagen und mit viel Einsatz hatten wir im Sommer 1995 von einem Heim für Autisten eine Zusage erhalten. Ein halbes Jahr vor dem Schulaustritt kam aber vom Heimleiter eine Absage. Angeblich aus finanziellen Gründen. Da es keine Alternativen gab, haben wir mit der Fürsorgedirektion Kontakt aufgenommen. Danach wurde uns von dem Heim für Autisten ein Ultimatum gestellt:
Die Heimleitung wollte Bernd im Erwachsenenheim (Heim für Autisten) nur aufnehmen, wenn er eine Therapie bei Professor Dr. Feuser aus Deutschland macht. Anfänglich waren wir sehr skeptisch. Wir kannten Professor Dr. Feuser nicht. Aber wir hatten uns nie geweigert mit Fachpersonen zu sprechen und haben uns unsere Meinung erst nach den Gesprächen und auch dem Wissen und der Arbeit der Fachpersonen gebildet.
Beim ersten Gespräch mit Professor Dr. Feuser erklärte er uns seine Methode. Wir merkten sofort, hier war ein Mensch, der wirklich etwas von der Arbeit mit behinderten Menschen verstand. Für ihn sind alle Menschen lernfähig. Innerhalb der SDKHT Therapie werden keine Bastel - oder Kindergartenarbeit angeboten. Die Betroffenen werden dem Alter entsprechend gefördert und als gleichwertige Menschen behandelt.
Dieses Wissen übermittelt er auch an seine Studenten. Wer dieses Wissen hat, geht mit ganz anderen Voraussetzungen an die Arbeit. Professor Feuser war nie so überheblich zu behaupten, er könne unserem Sohn helfen, sondern er betonte immer wieder, er werde es versuchen - versprechen könne er nichts. Aber er hat es geschafft mit seinem Wissen, seiner Therapie und seinem Team.
Während der Therapie in Bremen wurde uns nichts
vorenthalten. Wir
konnten immer und überall zuschauen. Bei jedem Gespräch und jeder
Diskussion waren wir dabei.
Alles war transparent, so was hatten wir noch nie erlebt und genau dies
schaffte Vertrauen. Hier wurde nun bestätigt, dass Bernd durch das
Einsperren
traumatisiert
war.
Neben der Therapie brauchte er nun noch zusätzlich Hilfe um dieses
Trauma zu
verarbeiten. In der Therapie wurde immer darauf geachtet, dass Bernd
aufmerksam
und
genau hinschaut. Wenn bei Bernd die Angst durchbrach und Prof. Dr.
Feuser ihn aus der
Situation nehmen musste, stellte er sich immer seitlich neben ihn.
Bernds Flucht war immer
nach
vorn. Professor Feuser sprach beruhigend auf ihn ein. Zum Beispiel:
"Schau mich an, beruhige dich,
ich bin für dich da, schau hin, hier ist deine Arbeit, hier fahren wir
weiter, du kannst das, ich helfe
dir dabei, du kannst dich auf mich verlassen. Professor Feuser bot ihm
soviel Hilfe an, wie er brauchte. Er gab ihm die
Sicherheit, für ihn da zu sein. In diesen drei Wochen lernte unser Sohn
neben den täglichen
Anforderungen auch verschiedene Arbeiten zu verrichten. Bernd freute
sich riesig, als er hier zum
ersten Mal seinen Namen, Buchstabe um Buchstabe stempeln durfte. In der
ehemaligen Schule hatte ihm
niemand zugetraut, dies einmal zu lernen. Auch das Lernen der
Gebärdensprache sowie das Schreiben am
Sprachcomputer wurden ihm hier zum ersten Mal angeboten. Die Methode, die
Prof. Dr. Feuser anwendete, war und ist kein
Hokuspokus, sondern einzig und allein sehr gute pädagogische Arbeit.
Auch die Studenten freuten sich, als sie bemerkten, wie erfolgreich
diese Methode war und wie unser Sohn sich freute, wenn ihm - dank ihrer Hilfe - etwas nach
langem Üben gelang. Für viele Studenten war diese
Erfahrung auch etwas Neues. In der Praxis zu lernen und in einer
schwierigen Situation die richtigen Anweisungen zu erhalten. Das war
für alle Beteiligten eine sehr gute Erfahrung.
Die ganze Therapie wurde auf Video aufgezeichnet. Es ist alles beweisbar. Der Erfolg war überwältigend. Leider sind das Wissen und die Ausbildung für Heil- und Sozialpädagogen in der Schweiz noch heute (2007) Jahrzehnte im Rückstand. Neben der Verarbeitung des Angsttraumas lernte Bernd mit Hilfe von Prof. Dr. Feuser sich in der Gesellschaft sozial und ohne Angst zu verhalten. Bei Prof. Dr. Feuser werden Behinderte in die Gesellschaft integriert, kein Abschieben oder Entsorgen in Anstalten oder in die Psychiatrie.
Bernd muss zum Voraus über alle möglichen Sinne orientiert werden. Er braucht Betreuer die nach neuem Wissen arbeiten. Er braucht einen strukturierten Tagesplan, Hilfe und Unterstützung. Zum Beispiel mit den bekannten Fotoschildern: Er muss aufgefordert werden, das Fotoschild anzuschauen. Es muss ihm die Situation darauf erklärt und die Beschriftung vorgelesen werden.
Zusätzlich soll er die Gebärdensprache anwenden, sowie die gestützte Kommunikation erlernen (FC) können. Er braucht Menschen, auf die er sich verlassen kann. Bei kurzfristigen Änderungen muss man Bernd mitteilen, warum diese plötzlichen Änderungen statt finden.
Nach der erfolgreichen Therapie wurde Bernd im besagten Heim für Autisten aufgenommen. Als Professor Feuser in der Schweiz mit Bernd ankam, war das Zimmer im Heim nicht hergerichtet. Man hatte aber so getan, als wären Vorarbeiten im Gange. Heimleitung und Fürsorge hatten mit einem Scheitern der Therapie in Bremen gerechnet. Und deshalb keine weiteren Schritte unternommen. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass die Beratungsstelle den Platz in der Psychiatrie bereits reserviert hatte.
Nachdem das Zimmer dann doch hergerichtet war, sahen die Zukunftsaussichten für Bernd und die anderen Heimbewohner sehr gut aus. Denn ein paar Studenten aus Bremen versuchten die neuen Betreuer von Bernd, und alle in diesem Heim arbeitenden Betreuer, nach der Methode von Prof. Dr. Feuser einzuarbeiten. Prof. Dr. Feuser machte die Supervision. Jeder vernünftige Mensch weiss, dass man nach einer dreiwöchigen, erfolgreichen Therapie nicht einfach zu der Tages- respektive in die alten, falschen Arbeitsweisen zurückfallen darf, sondern man muss nach den neuen erfolgreichen Erkenntnissen arbeiten.
Aber der Heimleiter wollte nichts Neues. Er hat seine Machtposition ausgenützt. Mit Hilfe der Psychologin von der Beratungsstelle entsorgte er Bernd, laut Aussage des Arztes, grundlos in die Psychiatrie. Wer einen Menschen, der durch das Einsperren traumatisiert war, trotzdem wieder einsperren lässt, handelt verantwortungslos. Unser Sohn wurde jahrelang in der ehemaligen Schule und im Kinderheim eingesperrt, und nun wieder das erneute Einsperren in der Psychiatrie, das waren Misshandlungen. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass dieses Heim Bernd überhaupt nicht aufnehmen wollte. Denn sie waren überzeugt, dass die Therapie in Bremen misslingt und Bernd direkt in die Psychiatrie geht.
Aber dank Prof. Dr. Feuser und seiner Therapie kam Bernd als lernfähiger fröhlicher junger Mann aus Bremen zurück. Bernd braucht aber weiterhin diese pädagogische - therapeutische Betreuung. Professor Feuser arbeitet als Berater für das Heim. Er hatte auch die Aufgabe, die Integration von Bernd zu überwachen. Professor Dr. Feuser war mit der Entsorgung in die Psychiatrie nicht einverstanden. Dies passte dem Heim nicht. Das Heim wollte vorübergehend auf seine Mitarbeit verzichten, bis sie die Angelegenheit mit Bernd erledigt hätten. Es hat uns Mut gemacht zu sehen wie Prof. Dr. Feuser hinter den Behinderten steht. Er lässt sich nicht kaufen.
Wir holten Bernd aus der Psychiatrie nach Hause. Er hatte durch das erneute Einsperren in der Psychiatrie einen enormen Rückschlag erlitten. Mit Hilfe von Prof. Dr. Feuser organisierten wir einige Bremer Studenten. Diese betreuten Bernd zu Hause. In einem extra dafür gemieteten Raum arbeiteten sie mit ihm. Bernd muss arbeiten können mit einem Hütedienst ist er unterfordert. Wir haben nach Anweisung des Psychiaters aus der Klinik die Medikamente wieder abgesetzt. Bernd erholte sich sehr langsam wieder. Er lernte auch wieder verschiedene neue Arbeiten zu verrichten. Leider erhalten nur die Heime die finanzielle Vergütung, die wir gebraucht hätten um ihm die dringend nötige fachliche Betreuung anzubieten. Auch gab und gibt es noch heute keine Assistenzentschädigung für Menschen wie Bernd sonst hätten wir unserem Sohn viel Leid ersparen können. Aber so geht sein Leidensweg weiter.
Das Ziel war, dass Bernd nach dieser Feuser-Methode, immer wieder Neues dazu lernen würde, damit er mit der Zeit in einer Werkstatt verschiedene produktive Arbeiten verrichten könnte. Schwierige Arbeiten würden in kleine Arbeitsabschnitte aufgeteilt. Wichtig ist, dass Bernd das Endprodukt sieht und auch weiss wofür dies zu gebrauchen oder bestimmt ist. Mit der Zeit würde Bernd die Arbeiten alleine verrichten, höchstens noch ab und zu brauchte er verbale Aufforderung wie, schau hin, hier kannst du weiterfahren, usw. Ein Betreuer könnte so, neben Bernd, noch drei bis vier Behinderte in einer Werkstatt betreuen.
Sehr erstaunt waren wir, als uns ein Heimleiter einen Institutsplatz für Bernd anbot. Vor der SDKHT Therapie hatten wir diesen erfolglos bereits angefragt. Wir haben das Angebot des Heimleiters erst angenommen, als er uns versprach, dass seine Mitarbeiter durch die Bremer-Studenten (ein Pädagoge) in die Feuser-Methode eingearbeitet werden - und es werde auch weiterhin mit Bernd nach dieser Methode von Prof. Dr. Feuser gearbeitet. Das Versprechen des Heimleiters und die verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten in der Werkstatt liessen etwas Hoffnung zu. Auch der Vertreter der kantonalen Fürsorgedirektion versprach, er werde sich für Bernd einsetzen. Bernd übersiedelte mit den Bremer-Studenten, aber ohne Psychopharmaka in dieses Heim. Er brachte sogar verschiedene Arbeiten mit. Die Bremer Studenten versuchten Bernds neuen Heim-Betreuern die Methode von Prof. Feuser beizubringen.
Nach nur kurzer Zeit
haben sich die neuen Betreuer (teilweise mit Ausbildung) aus der Arbeit
zurückgezogen mit
den Worten; diese Arbeit sei zu anstrengend für sie! Kaum waren die
Bremer-Studenten weg, verabreichte
der Heimleiter Bernd Psychopharmaka, ohne Arzt, ohne unsere Erlaubnis
und gegen unseren
Willen. Das Versprechen wurde nicht eingehalten. Jede Weiterbildung und
Supervision der Feuser-Methode wurde von der Heimleitung verweigert.
Auch unsere Angebote, uns an den Kosten der Supervision und der Ausbildung für FC (gestützte Kommunikation) zu beteiligen oder zu bezahlen, lehnte die Heimleitung strikte ab. Als ich den Vertreter der Fürsorgedirektion auf sein Versprechen, sich für Bernd einzusetzen, ansprach, hatte er plötzlich keine Kompetenz etwas zu tun.
Die Heime kontrollieren die Qualität ihrer Arbeit selbst. Von aussen sind nur "positive Rückmeldungen" willkommen. Steuergelder fliessen ohne unabhängige Qualitätskontrolle in die Heime.
Kaum waren die Bremer-Studenten weg, machte Bernd Rückschritte. Zwar langsam, aber heute, (2007) fast zehn Jahre nach dem Eintritt ins Heim, ist er wieder auf dem Niveau wie vor der Therapie. Seit bald zehn Jahren wird unserem Sohn die dringend notwendige fachliche Hilfe und Betreuung nach neuesten Erkenntnissen verweigert. Als er mit den Buchstabenstempeln schrieb: "Er schlägt mich bitte helfen" wurden ihm nicht nur die Stempel sondern auch der Computer weggenommen.
Nach und nach wurden Bernd alle persönlichen Sachen weggenommen: CD Player, seine Trommel, Bücher usw., sogar die Fotoschilder, die er aus Bremen mitgebracht hatte und mit denen er in Bremen gelernt hatte, sich den Tagesablauf vorzustellen und er über die jeweils folgende Unternehmung unterrichtet wurde. Er musste sein grösseres Zimmer mit einem kleinen Raum tauschen. Das Bett wurde ihm genommen. Seit Jahren muss Bernd nun auf einer Holzkiste schlafen. (mit Matratze und Bettzeug versehen.) Sonst ist nichts in diesem Raum. In dieser Umgebung ist er gezwungen, die meiste Zeit seiner Freizeit zu verbringen ohne Freizeitangebote.
Als Vormund haben wir den Vertreter der Fürsorge darauf angesprochen. Er meinte:
Hauptsache Bernd hat einen Heimplatz!
Durch seine Verhaltensweisen zeigt uns Bernd, dass er in diesem Heim, trotz der Verabreichung von Psychopharmaka, geschlagen und misshandelt wird. Wenn Bernd mit Verhaltensweisen wie zur eingesperrten Schulzeit nach Hause kommt oder sogar mit neuen Verhaltensweisen, wie zum Beispiel:
Wir erlaubten uns, solche Vorkommnisse dem Heimleiter mitzuteilen. Er antwortete:
"Das sind Anschuldigungen, beweisen sie es!".
Bernd kann nicht sprechen und seine Sprache und die blauen
Flecken
werden nicht anerkannt. Die gestützte Kommunikation wird ihm verweigert
und die Hilfsbetreuer haben
keine Verantwortung, aber Schweigepflicht und sie schweigen, -
sonst
verlieren sie ihren gut
bezahlten Job.
Die Verantwortlichen behaupten immer wieder, diese
Schweigepflicht sei zum
Schutze der Behinderten, - das Gegenteil ist der Fall, damit werden
Missstände zugedeckt.
Sogar ein Betreuer konnte bei diesen Misshandlungen nicht mehr zuschauen und ging mit unserem Sohn zum Heimleiter und zeigte ihm die Verletzungen. Statt den- oder die schlagenden Betreuer zu entfernen, drohte er dem Betreuer mit der fristlosen Kündigung, falls dieser nicht schweigen würde. - Er schwieg! Unser Sohn kann nicht sprechen. Er kann sich nur durch sein Verhalten bemerkbar machen.
Mitte November 2005 wurde Bernd ins Spital eingewiesen, Diagnose Gehirnerschütterung. Es hiess, er sei im Bad auf den Badewannenrand gefallen. Eine Betreuerin sagte uns später hinter vorgehaltener Hand, das sei so nicht wahr. Sie erklärte auch, sie würde gegenüber Dritten nicht zu dieser Aussage stehen. Das Personal in diesem Heimen ist oft nur angelernt. Es ist preisgünstig und schweigsam. Wird ein Angestellter mit schlechten Zeugnissen entlassen, findet er nur schwer wieder eine Stelle.
Mehrere Wochen wurde unser Sohn durch das Hilfspersonal mit einer Überdosis Psychopharmaka ruhig gestellt. Er krümmte sich vor Schmerzen, schielte, sabberte und torkelte umher. (Film funktioniert noch nicht)
Die Psychopharmaka kamen offenbar aus dem Lager der hauseigenen Apotheke. Hat auch hier die Arztkontrolle versagt? Keiner seiner Betreuer hatte sich für Bernd eingesetzt. Unsere Tochter fand ihn im Heim so zugerichtet und hat sofort reagiert.
Der Behinderte im Heim ist
rechtlos und wir Eltern werden
nicht ernst genommen.
Eine Hilfsbetreuerin schlug mit einem Messer auf
den Handrücken von
Bernd. Sie durchtrennte ihm drei Sehnen die genäht werden mussten. Der
Arzt erklärte, wenn ein
Behinderter aus dem Heim ins Spital komme, frage er nie, woher die
Verletzung stamme. Er mache nur
eine Arbeit als Arzt!
Als Bernd mit einem blauen Auge nach Hause
kam, (ohne Info) fragten
wir nach. Der Gruppenleiter erklärte. Bernd habe Autos weggeworfen.
Eine Hilfsbetreuerin habe die
Autos zurück geworfen und Bernd unter dem Auge getroffen. Warum unser
Sohn das Auto weggeworfen
hat, danach wird nicht gefragt. Aber da Bernd das Auto weggeworfen hat,
sei die Betreuerin
berechtigt gewesen das Auto zurück zu werfen! Dass sie ihn unter dem Auge traf, war purer Zufall.
Wir haben den Heimleiter, die Fürsorgedirektion und das BSV mehrmals auf diese Misshandlungen aufmerksam gemacht. Sie wollten es nicht wahrhaben und haben uns nicht ernst genommen. Bernd kann nicht sprechen, das Personal schweigt, sogar Ärzte schauen weg. Es ist schrecklich zuzusehen, wie die Hilfe und Betreuung die Bernd als Mensch mit Autismus dringend braucht, von Menschen in Machtpositionen, einfach verweigert wird und verweigert werden kann.
Am 21.2.2003 erhielten wir von der Fürsorge einen Brief mit folgendem Inhalt:
Bitte formulieren Sie in Form eines Konzeptes, wie eine konkrete Umsetzung Ihrer Anliegen aussehen würde. Wir bitten Sie dabei den Rahmen der kantonalen finanziellen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Wir sind gerne bereit, Ihnen bei Bedarf entsprechende Auskünfte zu geben. Sobald dieses Konzept vorliegt, möchten wir gerne mit Ihnen ein Treffen vereinbaren, um die gegenseitigen Erkenntnisse, Sichtweisen und Haltungen auszutauschen und das weitere Prozedere festzulegen.
Wir antworteten am 5.3.2004. Am 12.3.2003 erhielten wir dann folgende Mitteilung:
Hiermit bestätige ich Ihnen den Eingang Ihres Schreibens vom 5. März 2003 samt Beilagen. Von Ihren Anliegen habe ich erneut Kenntnis genommen. Ich weise aber auf die bereits geführte Korrespondenz zwischen Ihnen und mir hin und betrachte diese hiermit als abgeschlossen.
Kein Wort mehr von "einem Treffen und Konzept besprechen".
Am 26.9.2003 schrieb uns die Fürsorge in einem Brief:
Es ist uns bewusst, dass die heutigen Strukturen für Menschen mit einer autistischen Behinderung keine adäquate Betreuung zulassen. Die finanziellen Ressourcen schränken eine vollumfängliche Betreuung mit hoch qualifiziertem Personal ein. Wir hoffen deshalb, dass es Ihnen in naher Zukunft gelingen wird, eine befriedigende Lösung für Ihren Sohn zu finden.
Heute kann ich Eltern verstehen, die mit der Zeit, ihre Kinder (auch Erwachsene) im Behindertenheim weder besuchen noch abholen. Immer wieder dieses Elend zu sehen und doch nichts tun zu können ist mit der Zeit nicht zum Aushalten. Alle finanziellen Angebote für eine Ausbildung nach neuesten Erkenntnissen für die Betreuer wurden und werden von der Heimleitung abgelehnt. Er ist in der Machtposition, er bestimmt. Je grösser das Heim - desto grösser die Macht.
Die kantonale Fürsorgedirektion sowie das BSV haben nie Handlungsbedarf. Sie reden alles schön. Seit Jahren werden wir Eltern mit den Vorwürfen, zu teuer - und mit der Drohung - schweigen oder - Abschiebung in die Psychiatrie, zum Schweigen gebracht. (aktuell Stillschweige-Vertrag 2007) Dabei würden die Kosten mit der Integration der Behinderten in die Schulen und in die Gesellschaft mit den Jahren verringert. Die Heimlobby die das verhindert ist sehr stark. Eine Ausbildung nach neuesten Erkenntnissen der Betreuer fehlt oder sie wird von den Verantwortlichen verweigert. Es ist so, sehr einfach, niemand erwartet eine gute Arbeit oder Erfolg. Sie schieben die Schuld immer den Behinderten zu.
Am 21.10.2004 schrieb uns die Fürsorge in einem Brief:
Zur Zeit kann ich Ihnen keine Alternative anbieten, da ich nicht weiss wo und bei wem sich Platz und eine bessere Situation ergeben könnte.
Am 21.1.2005 schrieb uns die Fürsorge in einem E-Mail:
Es existieren keine Alternativen, deshalb sind wir froh, dass Bernd überhaupt einen Heimplatz hat.
Am 4.8.2006 schrieb uns die Fürsorge in einem Brief:
Wir sind uns bewusst, dass damit eine 24-Stunden-Einzelbetreuung über 365 Tage nicht finanziert werden kann. Es ist auch klar, dass das BSV für eine Betreuung von Bernd im Heim höhere Kosten vergütet, als im Rahmen des Assistenzprojekts.
Behinderte Menschen mit Psychopharmaka
ruhig stellen oder in die Psychiatrie abschieben ist für einen
Heimleiter sehr einfach. Da
spielen die doppelt so hohen Kosten plötzlich keine Rolle mehr. Warum?
Weil diese Kosten die Krankenkasse
übernehmen muss?
In USA und in Australien gehört die gestützte Kommunikation seit bald 30 Jahren zur Ausbildung der Betreuer. Hier in der Schweiz kann ein Heimleiter den nicht sprechenden Behinderten diese Möglichkeit sich mitzuteilen, verweigern. Es darf doch nicht sein, dass ein Heimleiter oder ein Fürsorgedirektor neue pädagogische Erkenntnisse einfach ablehnen kann.
Es braucht eine unabhängige Kontrollstelle. Tiere haben wenigstens den Tierschutzverein - behinderte Menschen haben keine Lobby. Noch heute versuchen die Verantwortlichen alles zu dementieren, auch die kantonale Fürsorgedirektion deckt alles zu, aber der Leidensweg von Bernd ist wahr. Es ist für uns schrecklich, immer wieder dieses Elend zu sehen und doch nichts tun zu können.
Behinderte Menschen müssen auch in der Schweiz das Recht haben, die pädagogische Hilfe und Betreuung zu holen, die sie wegen ihrer Behinderung dringend brauchen. Lebenslanges Lernen ist ein Menschenrecht und wurde in der Schweiz 1995 auch vom Bundesrat anerkannt.
Am 30.3.2007 haben 80 Staaten die UNO-Konvention für Behindertenrechte unterzeichnet. Darunter alle Nachbarländer der Schweiz sowie Nationen wie Kanada, Schweden, Holland, Norwegen, Neuseeland, Chile, Argentien, Korea sowie die EU. Nicht unterzeichnet hat die Konvention die Schweiz. (Liste)
Algeria Antigua y Barbuda Argentina Armenia Australia Austria Belgium Brazil Canada Cape Verde Chile China Congo (Republic of Congo) Costa Rica Croatia Cyprus Czech Republic Denmark Dominican Republic Ecuador El Salvador Ethiopia Finland France Gabon Germany Ghana Greece Guatemala Honduras Iceland Indonesia Ireland Israel Italy Jamaica Also RATIFICATION (Convention only) Jordan Kenya Liberia Lithuania Luxembourg Malta Mexico Moldova Morocco Netherlands New Zealand Nicaragua Niger Nigeria Norway Panama Paraguay Portugal Republic of Korea San Marino Seychelles Sierra Leone Slovenia South Africa Spain Sri Lanka Sudan Sweden Syria Thailand The former Yugoslav Republic of Macedonia Turkey Uganda United Kingdom United Republic of Tanzania Yemen European Community.
[ nachgeführt: 5.7.2007]. ImpressumSeite drucken