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Willkommen beim Verein Assistenz für Autisten (AfA)

Der Verein AfA kämpft für eine therapeutische Grundversorgung von erwachsenen autistischen Menschen in der Schweiz.

Brief an Bernd

Lieber Bernd

Dank der Finanzierung einer Stiftung (vielen herzlichen Dank) wohnst du seit dem 02.Januar 2008 in einer eigenen Wohnung, arbeitest in einer Werkstatt und bei der DHL In dieser Zeit hast du viele Fortschritte gemacht. Am Anfang war das ein sehr schwieriger Weg.

Neben deiner Behinderung als Autist machten dir und den Assistenten noch andere Probleme sehr zu schaffen. Du warst durch das Einsperren in der Schule, im Heim und in der Psychiatrie schwer traumatisiert. Du hattest Panikattacken. Da du lange nicht gearbeitet hast, war und ist das noch heute ein Problem. Du benimmst dich ab und zu immer noch wie ein Langzeitarbeitsloser.
Nur dank den Assistenten die nach den Anweisungen, der Aus- und Weiterbildungen durch Prof. Dr. Feuser (Universität Zürich) und nach seinen Erfahrungen und seiner Arbeitsweise arbeiten, hast du wieder sehr viel gelernt.

Nun hat die Bankenkrise auch dieses Projekt erreicht und die Stiftung kann dieses Projekt nicht mehr unterstützen. So wie es aussieht wirst du in ein paar Monaten buchstäblich auf der Strasse stehen. Wir haben das Geld nicht, um das Projekt weiterzuführen und der Kanton Bern (er wäre für Dich zuständig) hat sich bisher nicht um dich gekümmert. Dies, obschon in den Zeitungen steht, der Kanton Bern würde solche Projekte wie das deine finanziell genau so unterstützen wie einen Heimaufenthalt da neue und selbstbestimmte Lebensformen für Behinderte ein Menschenrecht sind. Aber das scheint nicht zu stimmen. Da es aber in der Zeitung steht wird dies geglaubt.

Wir haben schon vor der Bankenkrise verschiedene Grossbanken angeschrieben und dieses Assistenz-Projekt vorgestellt. Aber die haben alle abgelehnt, da sie keine behinderten Menschen unterstützen. Auch die Glückskette sowie Pro Infirmis unterstützen Projekte für Menschen wie dich nicht.

Da du als Mensch mit Autismus pädagogische Betreuung rund um die Uhr brauchst, fällst du aus dem sozialen Netz der Schweiz. Menschen wie du sind für die Schweiz zu teuer.

Wir haben auch Politiker angeschrieben, die sich in irgendeiner Form in der Öffentlichkeit für behinderte Menschen ausgesprochen haben. Aber die Meisten haben überhaupt nicht reagiert. Als endlich das Assistenzbudget für alle behinderten Menschen gestartet wurde, haben wir Bundesrat Couchepin angeschrieben und auf Menschen wie dich aufmerksam gemacht. Aber er schrieb, für dieses Assistenzbudget ist nur pflegerische Hilfe vorgesehen. Also für Menschen wie dich, die pädagogische Assistenz benötigen ist dieses Assistenzbudget nicht vorgesehen. Er hat aber keine Alternative angeboten. Menschen wie du fallen auch hier aus dem sozialen Netz der Schweiz.

Auch das MWST Prozent ist nicht für Menschen wie dich gedacht. Auch hier fällst du aus dem sozialen Netz der Schweiz.

Wenn du Menschen wahllos und brutal zusammenschlagen würdest, dann würdest du alle Hilfen bekommen, jegliche Therapie, egal wie teuer und dir wurde angeboten, eine Ausbildung zu machen. Für deine Freizeitgestaltung würden dir Sportgeräte zur Verfügung gestellt. Alles würde bezahlt. Niemand würde sagen, das ist zu teuer. Aber als behinderter, hilfloser Mensch bist du für die soziale Schweiz zu teuer.

Du würdest nie einen Menschen schlagen, du hast dich nicht einmal gewehrt als du in der Schule, im Heim und in der Psychiatrie durch Betreuer eingesperrt wurdest, auch wenn du dadurch traumatisiert wurdest und dadurch Panikattacken hast. Da du dich nicht gewehrt hast, behaupteten die damaligen Betreuer, du würdest dieses Einsperren brauchen. - Sie haben nicht bemerkt, wie viel Schaden sie dir zufügten.

Leider haben wir nicht im Lotto gewonnen. Für den Bärenpark in Bern wurden Millionen ausgegeben. Für Menschen wie dich, die pädagogische Hilfe brauchen, hat es kein Geld. Menschen wie dich sperrt man weg. Keiner reklamiert, man will die eingesperrten behinderten Menschen nicht sehen.

Lieber Bernd, wir wissen nicht mehr weiter.

Deine Eltern 31.10.2009

Spendenaufruf

Zur erfolgreichen Weiterführung unseres Assistenz-Projekts sind wir dankbar für jede Spende auf

Post-Konto: 60-470886-5
Assistenz für Autisten AfA
3627 Heimberg

Der Fall Bernd, geb. 1978

Seit 10 Jahren kämpfen wir für unseren Sohn Bernd, damit er endlich die pädagogisch/therapeutische Hilfe und Betreuung bekommt, die er als Mensch mit Autismus dringend braucht. Bernd ist einer von vielen, die eine SDKHT Therapie bei Professor Dr. Feuser gemacht haben. Infos zur SDKHT Therapie

Offener Brief an den Bundesrat

Aktuell ist immer noch unser Offener Brief an Bundesrat Couchepin, sowie der Zeitungsartikel in der WoZ vom 14.12.2006.

Aktuell

2007. Die Beratungsstelle und das Heim verlangten von uns eine Vereinbarung zu unterschreiben, die wir als Erpressung empfinden. In Zukunft sollen wir gegenüber der Presse, dem Radio und dem Fernsehen schweigen und unsere Forderung auf eine adäquate therapeutisch Förderung und Begleitung unseres Sohnes einstellen. Ansonsten würde der Heimplatz von Bernd gekündigt. (Anfrage)

Bernd hat die Heimplatzkündigung erhalten. Er wird als schwer behinderter Mensch (Pflegestufe 10) per 28.07.2007 auf der Strasse stehen. Versagt das soziale Netz der Schweiz bei den Schwächsten in unserer Gesellschaft?

Die politischen Strukturen haben Bernds Integration in der Schweiz verunmöglicht. Mehr dazu finden Sie in Bernds Lebensgeschichte.

Die Ziel dieser Webseiten des Vereins AfA, sowie weitere aktuelle Informationen finden Sie in unter "Infos hierzu" zu Ihrer Linken.

[ nachgeführt: 24.12.2007]. ImpressumSeite drucken

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